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Ehegattenunterhalt berechnen

  • Redaktion Familienrechtsinfo.at
Person rechnet mit einem Taschenrechner
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Sie haben unseren Schwerpunktartikel zum Thema „Ehegattenunterhalt“ bereits gelesen? Das ist gut, denn nun möchten wir Ihnen noch überblicksartig einige wichtige Informationen und Hinweise zur Unterhaltsberechnung geben.

Wichtiges zur Unterhaltsberechnung Ehegattenunterhalt

  • Nicht nur nach der Scheidung oder Trennung kann ein Unterhaltsanspruch bestehen, sondern auch bei aufrechter Ehe. Lesen Sie hierzu unseren Artikel „Unterhalt bei aufrechter Ehe“.
  • Um den Ehegattenunterhalt berechnen zu können, muss vorab die Ehegattenunterhaltspflicht geklärt werden. In diesem Zusammenhang sind sowohl die Schuldfrage als auch der Unterhaltsanspruch wegen Kindererziehung zu prüfen.
  • Bei einer Teilschuld oder einvernehmlicher Schuld muss der Unterhaltsanspruch verhandelt werden. Bei einer einvernehmlichen Scheidung können die Ehegatten die Höhe, die Zahlungsmodalitäten sowie die Dauer der Unterhaltszahlungen frei in einer Scheidungsfolgevereinbarung festlegen.
  • Möchte man den Ehegattenunterhalt berechnen, muss man vorab klären, ob es weitere unterhaltsberechtigte Personen (Kinder, frühere Ehepartner) gibt.
  • Ebenso ist das Einkommen des unterhaltsberechtigten Ehepartners wichtig.

Berechnungsgrundlage für die Unterhaltshöhe

Als Berechnungsgrundlage für die Unterhaltshöhe dient das durchschnittliche Monatsnettoeinkommen des unterhaltspflichtigen Ehepartners. Hierbei werden Überstunden, Trinkgelder, Mieterträge, die Nutzung eines Firmenwagens sowie Urlaubs- und Weihnachtsgelder einkalkuliert. Zur Ermittlung des monatlichen Nettoeinkommens werden die Jahreseinnahmen auf das Jahreszwölftel geteilt.

In Österreich wird die Prozentwertmethode herangezogen, um als Orientierungshilfe den Ehegattenunterhalt berechnen zu können. Grundsätzlich gilt für die Unterhaltshöhe: Je höher das Nettoeinkommen des unterhaltspflichtigen Ehepartners, desto höher sind die Unterhaltszahlungen.

Der Trennungsunterhalt berechnet sich bei Einkommen aus selbstständiger und unselbstständiger Tätigkeit wie folgt:
Bei unselbstständig Erwerbstätigen wird das monatliche Nettoeinkommen sowie das 13. und 14. Monatsgehalt herangezogen und durch zwölf Monate geteilt, d.h. relevant ist das Jahreszwölftel, wenn man den Ehegattenunterhalt berechnen möchte. Genauso sind die Zusatzgehälter (Urlaubs- und Weihnachtsgeld) zur Gänze anzurechnen: Monatsnettoeinkommen*14/12.

Bei Selbstständigen ist der Reingewinn die Bemessungsgrundlage, um den Ehegattenunterhalt berechnen zu können. Ist die Höhe der Unterhaltszahlungen wegen schwankender Gewinnen nicht eindeutig feststellbar, ist der durchschnittliche Gewinn der letzten drei Geschäftsjahre ausschlaggebend.

Unterhalt ein berufstätiger Ehepartner ohne Kinder

Ein berufstätiger Ehepartner ohne Kinder muss 33% des Nettoeinkommens als Trennungsunterhalt bezahlen. Dies gilt jedoch nur, wenn der andere Ehepartner nicht berufstätig ist und über kein eigenes Einkommen verfügt. Infolgedessen kann man wie folgt den Ehegattenunterhalt berechnen:

Beispiel 1:

Bei einem kinderlosen Alleinverdiener mit einem durchschnittlichen Monatseinkommen von 5.000 € ergibt sich ein Ehegattenunterhalt von 1.650 € : 5.000 € * 33 % = 5.000 € * 33/100 = 1.650 €.

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Unterhalt bei einem berufstätigen Ehepartner mit Kindern

Ein berufstätiger Ehepartner mit Kindern muss ebenfalls 33 % des Nettoeinkommens als Ehegattenunterhalt bezahlen, wenn der andere Ehepartner kein eigenes Einkommen besitzt. Jedoch wird für jedes unterhaltsberechtigte Kind 4 % abgezogen.

Außerdem werden bei der Berechnung des Kindesunterhalts für jeden unterhaltspflichtigen Ehegatten zwischen 0-3 % und für jedes weitere unterhaltsberechtigte Kind 1 % beziehungsweise 2 % abgezogen. D.h. ein berufstätiger unterhaltspflichtiger Ehepartner zahlt zum Einen den Ehegattenunterhalt und zum Anderen den Kindesunterhalt. Beides zu angepassten Sätzen.

Auf Grundlage dessen kann man wie folgt den Ehegattenunterhalt berechnen:

Beispiel 2:

 

Bei einem Alleinverdiener mit einem durchschnittlichen Monatseinkommen von 5.000 € und 3 unterhaltsberechtigten Kindern ergibt sich ein Ehegattenunterhalt von 1.050 €: 5.000 € * 21% = 5.000 € * 21/100 = 1.050 €. Die 21 % ergeben sich abzüglich der jeweils 4 % pro Kind: 4 % * 3 = 12 %, 33 % – 12 % = 21 %. Mehr zum Thema Kindesunterhalt können Sie in unserem Artikel passend zum Thema lesen. Mit unserem Alimenterechner können Sie in wenigen Minuten die Höhe des Kindesunterhalts ermitteln.

Ehegattenunterhalt bei Berufstätigkeit beider Partner ohne Kinder

Bei der Berufstätigkeit beider Partner ohne Kinder werden 40% des gemeinsamen Nettoeinkommens abzüglich des Einkommens des unterhaltsberechtigten Ehepartners berechnet. Hierbei sind auch weitere Unterhaltsverpflichtungen und insbesondere der Kindesunterhalt zu berücksichtigen. Infolge des gesetzlich vorgegebenen Prozentwerts kann man wie folgt den Ehegattenunterhalt berechnen:

Beispiel 3:

 

Der unterhaltsberechtigte Ehepartner hat ein durchschnittliches Monatseinkommen von 1.000 € netto und der unterhaltspflichtige Ehepartner erwirtschaftet ein monatliches Durchschnittsgehalt von 5.000 € netto. Daraus ergibt sich ein Trennungsunterhalt von 1.400 €: (1.000 € + 5.000 €) * 40 % = 6.000 €* 40/100 = 2.400 € – 1.000 € = 1.400 €.

Ehegattenunterhalt bei zwei berufstätigen Partnern mit Kindern

Bei berufstätigen Partnern mit Kindern werden ebenfalls 40% des gemeinsamen Nettoeinkommens abzüglich des Einkommens des unterhaltsberechtigten Ehepartners berechnet. Des Weiteren werden 4% pro Kind abgezogen. Infolgedessen kann man wie folgt den Ehegattenunterhalt berechnen:

Beispiel 4:

 

Ein Ehepaar hat 3 Kinder. Demzufolge ergibt sich abzüglich der 4% pro Kind ein Prozentsatz von 28 %. Hat der unterhaltsberechtigte Ehepartner nun ein monatliches Durchschnittseinkommen von 1.000 € netto und der unterhaltspflichtige Ehepartner hat einen durchschnittlichen Nettoverdienst von 5.000 €, ergibt sich daraus ein Ehegattenunterhalt von 680 €: (1.000 € + 5.000 €) * 28 % = 6.000 €* 28/100 = 1.680 € – 1.000 € = 680 €.

Unterhalt bei einvernehmlicher Scheidung

Ist die Schuldfrage geklärt und besteht Einvernehmen, kann prinzipiell jedes Paar vertraglich frei über die Höhe des Ehegattenunterhalts entscheiden: Unterhalt bei einvernehmlicher Scheidung. Ebenso können Paare vollständig auf Trennungsunterhalt verzichten. Nur wenn ein Paar nicht in der Lage ist freiwillige Vereinbarungen zu treffen, sind gesetzliche Regelungen über österreichische Gerichte relevant. Die Rechtsprechung in Österreich unterscheidet hierbei zwischen:

Scheidung mit Schuldausspruch

Scheidung ohne Schuldausspruch

Unterhaltsanspruch wegen Kindererziehung

Weiterführende Informationen zum Thema Trennungsunterhalt bei Scheidung mit oder ohne Schuldspruch finden Sie im entsprechenden Beitrag.

Ermittlung des fiktiven Einkommens

Bei der Ermittlung des fiktiven Einkommens für die Berechnung des Trennungsunterhalts setzt das Gericht in Österreich einen möglichen Wert fest. Hierbei handelt es sich um das Einkommen, welches der unterhaltspflichtige Ehepartner erzielen könnte, wenn er seinen Job nicht mutwillig gekündigt hätte oder sein Einkommen nicht verschleiern würde. Versucht der Unterhaltpflichtige keinen Trennungsunterhalt zu leisten, verletzt er den Anspannungsgrundsatz.

Dadurch kann das österreichische Gericht eingreifen und ein fiktives Einkommen festlegen. Ihr unterhaltspflichtiger Ehepartner möchte die Unterhaltszahlungen umgehen? In unseren beiden Artikeln „Unterhaltspflichtiger zahlt Kindesunterhalt nicht“ und „Ehegattenunterhalt“ erklären wir Ihnen, was Sie dagegen tun können.

So können Sie Ihren Ehegattenunterhalt berechnen

Geben Sie die notwendigen Informationen in den Unterhaltsrechner Österreich 2018 ein, um Ihren Ehegattenunterhalt berechnen zu können. In Österreich ist der Ehegattenunterhalt gesetzlich geregelt, wobei das Gericht die Schuldfrage klärt. Möchten Sie vorab mehr zum Thema Trennungsunterhalt erfahren, dann sollten Sie auch unseren Schwerpunktartikel lesen.

Unser Ehegattenunterhalts-Rechner bietet Ihnen eine erste Orientierung über die Höhe der zu erwartenden Unterhaltszahlungen. Hierbei handelt es sich nicht um eine rechtskräftige Zusage, sondern lediglich einen Richtwert. Jetzt im Handumdrehen Ihren Ehegattenunterhalt berechnen!

Welche Vorteile Ehegattenunterhalts-Rechner?

Um Ihren Ehegattenunterhalt berechnen zu können, werden aktuelle Daten aus dem Jahr 2018 benötigt. Unser Ehegattenunterhalts-Rechner nutzt hierfür die aktuellen rechtlichen Bemessungsgrundlagen für Österreich und wird kontinuierlich hinsichtlich seiner Aktualität überprüft.

Ferner berücksichtigt er individuelle Faktoren, die benötigt werden, um den Ehegattenunterhalt berechnen zu können. Darüber hinaus ist er sowohl auf dem Mobiltelefon als auch am Desktop einfach zu bedienen. Lassen Sie sich nun von unserem Unterhaltsrechner für Österreich Ihren Ehegattenunterhalt berechnen.

Hinweis:

Gegebenenfalls können weitere Faktoren Ihrer individuellen Situation für eine exakte Berechnung relevant sein sowie die Höhe der Unterhaltszahlungen beeinflussen. Ein Rechtsanwalt für Scheidungsrecht in Wien, Linz, Graz oder anderen österreichischen Bundesländern prüft Ihren Unterhaltsanspruch und bietet Ihnen eine individuelle Beratung. Deswegen empfehlen wir Ihnen zusätzlich die Konsultation eines Rechtsanwalts für Familienrecht, um sich rechtlich abzusichern.

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