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Entzug des Sorgerechts – Wann ist das möglich?

  • Redaktion Familienrechtsinfo.at
Kind steht vor Eltern mit traurigem Gesicht
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Aus welchen Gründen kann das Jugendamt das Sorgerecht entziehen? Bei gewissen Lebensbedingungen ist der Entzug des Sorgerechts in Österreich möglich. Insbesondere dann, wenn das Kindeswohl durch die Eltern gefährdet wird, kann das Gericht einem Elternteil oder beiden das Sorgerecht entziehen oder dieses einschränken.

Es gibt viele Gründe, um die Obsorge zu entziehen, die allerdings gerichtlich geprüft werden. Der folgende Artikel bietet alle Informationen zum Entzug des Sorgerechts und erläutert, welche Vorteile das alleinige Sorgerecht hat oder wie man das gemeinsame Sorgerecht beantragen kann.

Das Wichtigste in Kürze zum Entzug des Sorgerechts:

  • Es bedarf wichtiger Gründe, um dem Vater das gemeinsame Sorgerecht entziehen zu können.
  • Möchte die Mutter das alleinige Sorgerecht beantragen, muss sie schwerwiegende Gründe haben und diese vorlegen können.
  • Auf Basis der Familienautonomie sollen die Eltern die Obsorge behalten, sofern deren Handlungsweisen nicht das Kindeswohl gefährden.
  • Es gibt verschiedene Gründe, warum das Jugendamt das Sorgerecht entziehen kann: Gewalt und Missbrauch des Kindes, Kindesgefährdung, Verweigerung einer notwendigen medizinischen Behandlung, Veränderung der Lebensumstände, Vernachlässigung der Sorgepflicht, auf Wunsch des mündigen Kindes, Sektenzugehörigkeit, Drogen- und Alkoholmissbrauch.
  • Wird ein minderjähriges Kind aus der häuslichen Umgebung entfernt und hat keine Verwandten, erfolgt eine Übertragung des Sorgerechts auf das Jugendamt.

Rechtliche Grundlage und Gründe für den Entzug der Obsorge

Auf Basis des Grundsatzes für Familienautonomie sollen die Eltern die Obsorge bestenfalls behalten, sofern deren Handlungsweisen das Kindeswohl nicht gefährden. Eine Einschränkung oder ein Entzug des Sorgerechts ist der letzte Schritt und soll nur dann angeordnet werden, wenn bestehende und zukünftige Gefahren abgewendet werden müssen.

Das Gericht macht von diesem Entzugsrecht nur Gebrauch, wenn schwerwiegende Gründe hierfür vorliegen. Als Gefährdung des Kindeswohles gilt nicht nur der Missbrauch der elterlichen Befugnisse, sondern es reicht aus, wenn die elterlichen Pflichten objektiv nicht erfüllt oder subjektiv grob vernachlässigt wurden.

Achtung:

Allerdings gilt die Tatsache, dass ein Elternteil dem Kind bessere Entwicklungschancen geben könnte, nicht für den Entzug der Obsorge aus und gehört nicht zu den Gründen, um die Obsorge zu entziehen.

Gründe für den Entzug des Sorgerechts

Grundsätzlich gelten alle schädigenden Handlungen eines Elternteils als Gründe für den Entzug des Sorgerechts. Es kann viele Gründe geben, um die Obsorge zu entziehen. Insbesondere bei Gewalteinwirkung und Misshandlungen greift das Jugendamt oder das Gericht ein; die Konsequenz ist der Entzug des Sorgerechts. Dabei spielt es keine Rolle, wer die Missstände angezeigt hat – sei es der Nachbar, eine nahestehende Person oder das Jugendamt.

In manchen Fällen kommt es auch vor, dass Ärzte das Jugendamt informieren, wenn sie Verhaltensauffälligkeiten des Kindes oder körperliche Verletzungen bemerken, die dem Kind durch Gewalteinwirkung zugefügt wurden. Ebenso kann die Verweigerung einer lebenswichtigen medizinischen Behandlung ein Grund für den Entzug des Sorgerechts sein.

Ferner kann die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Sekte, die Bluttransfusionen und andere medizinisch notwendige Behandlungen ablehnt, auch zum Entzug des Sorgerechts führen. In diesem Fall kann das Gericht die Entscheidung übernehmen und entsprechende Maßnahmen anordnen.

Eine Entziehung bzw. Einschränkung der Obsorge erfolgt auch dann, wenn sich bestimmte Lebensumstände gravierend geändert haben oder das mündige und einsichtsfähige Kind den Wunsch äußert. Wurden im Rahmen einer Scheidung einvernehmliche Vereinbarungen getroffen, sind diese nicht endgültig, sondern müssen stets an neue Lebensbedingungen angepasst werden.

Welche Regelung das Gericht letztendlich trifft, ist abhängig von der individuellen Situation und dem Wohl des Kindes. Prinzipiell erfolgt aber nur ein Entzug des Sorgerechts, wenn das Gericht dies für unbedingt notwendig ansieht. Bei welchen vorliegenden Gründen kann das Jugendamt das Sorgerecht entziehen?

Überblick: 7 Gründe um die Obsorge zu entziehen

Gewalt und Misshandlung des Kindes.

Entzug der elterlichen Sorge bei Kindeswohlgefährdung.

Verweigerung einer notwendigen medizinischen Behandlung (Gefahr der Grundversorgung).

Veränderung der Lebensumstände.

Vernachlässigung der Sorgepflicht.

Auf expliziten Wunsch des mündigen und einsichtigen Kindes.

Sektenzugehörigkeit, die das Wohl des Kindes gefährdet.

Drogen- und Alkoholmissbrauch eines oder beider Elternteile.

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Sorgerecht bei unehelichem Kind

Laut Rechtslage besteht für die Mutter des unehelichen Kindes das alleinige Sorgerecht. Da die Mutter mit der Erziehung und Pflege (Obsorge) des Kindes betraut ist, übernimmt sie die Vertretung und Verwaltung des Vermögens des Kindes und bestimmt auch dessen Familiennamen. Somit liegt das Sorgerecht bei einem unehelichen Kind bei der Mutter.

Übertragung des Sorgerechts an das Jugendamt

Muss ein Minderjähriger aus seiner häuslichen Umgebung entfernt werden, hat aber keine Verwandten oder andere nahestehenden Personen, bei denen er leben kann, erfolgt eine Übertragung des Sorgerechts an das Jugendamt. Der Jugendwohlfahrtsträger vermittelt das Kind im Anschluss an ein Heim oder Pflegeeltern.

Sorgerecht entzogen – was tun?

Gibt es Möglichkeiten, sich gegen den Entzug des Sorgerechts zu wehren? Das Gericht bietet dem Beschuldigten die Option, angehört zu werden. Hierfür sollten sich die Betroffenen gut vorbereiten und bestenfalls einen Anwalt für Familienrecht kontaktieren, um eine ausführliche Rechtsberatung zu erhalten.

Ein Familienrechtsanwalt klärt Sie über Ihre Rechte und Pflichten auf und hilft Ihnen Ihre Anhörung vor Gericht überzeugend vorzutragen. Wichtig ist es dabei, dass das Gericht davon überzeugt wird, dass Sie Ihre elterlichen Pflichten gewissenhaft ausführen und keinesfalls vernachlässigen.

Mutter will alleiniges Sorgerecht

Das alleinige Sorgerecht hat Vorteile und gewährleistet einem Elternteil eine störungsfreie Erziehung des Kindes, sofern das Kindeswohl durch das andere Elternteil gefährdet ist. Befürchtet die Mutter, dass das Verhalten, die Angewohnheiten oder die Handlungsweisen des Vaters das Kindeswohl gefährdet, kann das alleinige Sorgerecht beantragt werden.

Die Mutter will das alleinige Sorgerecht für Ihre Kinder. Ist das so einfach möglich? Es bedarf gravierender Gründe, um dem Vater das Sorgerecht entziehen zu können.

Wenn die Mutter das alleinige Sorgerecht beantragen will, müssen gute und für das Gericht nachvollziehbare Gründe vorliegen. Das alleinige Sorgerecht kann die Mutter allein beantragen, indem Sie unser Sorgerecht Formular mit dem Obsorgeantrag einreicht. Wenn die Mutter das alleinige Sorgerecht beantragen will, muss sie auch mit Kosten für Gericht und Anwalt rechnen.

Sollten die Mutter die Kosten nicht tragen können, steht ihr ein Kinderbeistand zur Verfügung. Läuft das Verfahren länger als 5 Monate, dann müssen die Eltern für die Kosten des Kinderbeistands aufkommen. Sollten Sie jedoch Hilfe eines Rechtsexperten benötigen, empfehlen wir Ihnen die Konsultation eines Anwalts.

Das alleinige Sorgerecht beantragen

Die Mutter will das alleinige Sorgerecht beantragen und dem Vater das Sorgerecht entziehen? Oder tragen Sie als Mutter Sorge, dass das Wohl Ihres Kindes gefährdet wird und möchten es vor dem Vater schützen?

Dann haben Sie die Möglichkeit, das alleinige Sorgerecht zu beantragen. Gründe, warum Sie dem Vater das Sorgerecht entziehen, welche Schritte Sie einleiten sollten und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, können Sie in unserem Artikel zum Thema „alleiniges Sorgerecht“ nachlesen.

Gemeinsames Sorgerecht beantragen

Bei aufrechter Ehe besteht automatisch das gemeinsame Sorgerecht und muss nicht separat beantragt werden. Bei anderen Fällen kann eine Vereinbarung bei Gericht vorgelegt werden oder es erfolgt eine Bestimmung beim Standesamt. Wenn eine gemeinsame Obsorge besteht und die Ehe oder häusliche Gemeinschaft aufgelöst wird, bleibt die gemeinsame Obsorge bestehen. Die Eltern müssen das gemeinsame Sorgerecht nicht beantragen.

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