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Ehevertrag Österreich

  • Redaktion Familienrechtsinfo.at
Ein Paar unterschreibt einen Ehevertrag
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Laut Eherecht herrscht der gesetzliche Güterstand der Gütertrennung in Österreich und dennoch steigt die Zahl der Paare die einen Ehevertrag abschließen. Grund dafür ist sicherlich auch die ebenfalls steigende Zahl der Scheidungen.

Nichtsdestotrotz scheint der Ehevertrag in Österreich das Sinnbild des Misstrauens zu sein. Man sollte jedoch bedenken, dass nicht selten finanzielle Streitigkeiten oder gegenseitiges Misstrauen bei Geldangelegenheiten ein Grund für eine Scheidung sind. Eine faire Rechtsabsicherung der Vermögensverhältnisse beider Ehepartner kann daher nie schaden. Außerdem beugt ein Ehevertrag eine kostspielige strittige Scheidung vor.

Doch was kann im Ehevertrag geregelt werden? Wann sollte ein Ehevertrag abgeschlossen werden? Was ist eine modifizierte Zugewinngemeinschaft? Ist ein Unterhaltsverzicht im Ehevertrag möglich? Sollte der Ehevertrag vor oder nach der Hochzeit abgeschlossen werden? Im folgenden Artikel erfahren Sie, welche Vor- und Nachteile ein Ehevertrag hat, welche Kosten ein Ehevertrag verursacht, was Sie beim Ehevertrag als Frau beachten sollten, und ob der Ehevertrag nachträglich geändert werden kann.

Ferner kann man im Internet viele Muster für den Ehevertrag in Österreich herunterladen. Doch ist eine nicht maßgeschneiderte Vorlage des Ehevertrags als PDF überhaupt sinnvoll? Kann man einen Ehevertrag selbst aufsetzen?

Das Wichtigste zum Ehevertrag:

  • Ein Ehevertrag hat Vor- und Nachteile, ist aber sinnvoll, wenn die finanziellen Verhältnisse zwischen den Ehegatten sehr unterschiedlich sind. Ebenso ist ein Ehevertrag für Unternehmer sehr ratsam.
  • Während der Ehe herrscht Gütertrennung, dennoch ist es empfehlenswert, die Vermögensaufteilung in einem Ehevertrag zu regeln.
  • Missverständliche Formulierungen im Ehevertrag können zu Benachteiligungen führen. Gehen Sie kein Risiko ein, denn die Kosten des Ehevertrags sind weitaus erschwinglicher als die Scheidungskosten einer strittigen Scheidung.
  • In einem Ehevertrag in Österreich werden finanzielle Aspekte geregelt, d.h. der Zugewinnausgleich sowie die Höhe der Unterhaltszahlungen.
  • Persönliche Angelegenheiten werden nicht in einen Ehevertrag geregelt. Ferner ist der Unterhaltsverzicht im Ehevertrag in Österreich sittenwidrig. Gleiches gilt für die Obsorge.
  • Der Ehevertrag kann vor oder nach der Hochzeit sowie während der aufrechten Ehe abgeschlossen werden. Familienrechtsanwälte in Wien, Linz, Graz, oder diesen Orten in Österreich empfehlen jedoch eine eheliche Vereinbarung vor der Trauung. Danach besteht für den Ehepartner keine Verpflichtung, einen Ehevertrag zu unterzeichnen.
  • Durch das Scheidungsurteil wird der Ehevertrag wirksam.

Ehevertrag Kosten

Ob man einen Ehevertrag aufsetzt oder nicht, sollte man nicht unbedingt von den Ehevertrag-Kosten abhängig machen. Denn spart man die Kosten für einen Ehevertrag, muss man im Falle einer strittigen Scheidung mit wesentlich höheren Scheidungskosten rechnen. Aber dennoch sind die Kosten für den Ehevertrag natürlich interessant zu kennen.

Lesen sie dazu unseren Leitartikel Ehevertrag Kosten und informieren Sie sich umfassend.

Kurz gesagt, ist der Preis natürlich abhängig vom Umfang des Ehevertrags. Hauptsächlich fallen Notar- und Rechtsanwaltskosten an. Der Rechtsanwalt ist nicht gesetzlich notwendig, aber allein in Ihrem Interesse sollten Sie den Vertrag mit einem Rechtsanwalt für Familienrecht aufsetzen.

Ein Anwalt kennt eine Vielzahl an Praxisbeispielen, bei denen im Ehevertrag Fehler gemacht wurden und kann Sie somit am besten vor diesen schützen.

Was kostet ein Ehevertrag beim Rechtsanwalt?

  • Die Kosten eines Ehevertrags bemessen sich an der Gebührenordnung für Rechtsanwälte und Notare.
  • Je höher das Vermögen, desto höher die Kosten für den Ehevertrag.
  • Bei einem Reinvermögen von 50.000 Euro würden sich die Kosten für den Ehevertrag auf 330 Euro zzgl. MwSt. und Schreibgebühren belaufen.
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Wann muss ein Ehevertrag abgeschlossen werden?

Da eine Scheidung nicht nur eine nervenaufreibende und sehr langatmige Angelegenheit ist, sondern meist auch sehr kostspielig sein können, ist ein Ehevertrag  in Österreich sinnvoll. Wer im Falle einer Scheidung lieber auf Nummer sicher geht und sein Vermögen absichern möchte, sollte unbedingt vor oder nach der Hochzeit einen Ehevertrag abschließen.

Da nach der Hochzeit keine Verpflichtung mehr dazu besteht, raten wir Ihnen einen Ehevertrag vor der Trauung abzuschließen. Bei einer Scheidung kann der Ehevertrag unliebsame Überraschungen verhindern.

Dabei sollten Sie jedoch einige wichtigen Aspekte sowie die Vor- und Nachteile eines Ehevertrags beachten und einen Rechtsexperten für Familienrecht für eine ausführliche Beratung für Ihren Ehevertrag konsultieren.

Ein Ehevertrag sollte vor allem dann abgeschlossen werden, wenn die finanziellen Verhältnisse zwischen den beiden Ehegatten sehr unterschiedlich sind. Obwohl in Österreich auch während der Ehe die Gütertrennung herrscht und beide Ehegatten ihr Vermögen behalten, kann es im Falle einer Scheidung trotzdem kompliziert werden.

Ehevertrag trotz Gütertrennung?

Auch bei Gütertrennung ergibt der Ehevertrag Sinn. Denn bei einer Scheidung ist meist schwer feststellbar, welche ehelichen Güter und Ersparnisse während der Ehe hinzukamen. In einigen Fällen haben die Ehepartner Anspruch auf spezifische Vermögenswerte, deswegen empfiehlt es sich, vorab einen Ehevertrag in Österreich abzuschließen.

Ungeachtet dessen wie groß die Liebe sein mag, sollte man unbedingt die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen treffen, denn unvorhergesehene und unliebsame Ereignisse sind in einer Ehe leider nicht vollständig auszuschließen.

Riskieren Sie keine bösen Überraschungen, sondern kontaktieren Sie rechtzeitig einen Rechtsexperten für Familienrecht, um sich beraten zu lassen. Er bietet Ihnen eine ausführliche Beratung für Ihren Ehevertag und stellt sicher, dass dieser rechtkräftig ist und keine missverständlichen Formulierungen beinhaltet. In unserem Anwaltsverzeichnis finden Sie mit Sicherheit den richtigen Anwalt für Familienrecht in Wien, Linz, Salzburg, Graz, Klagenfurt oder anderen österreichischen Bundesländern.

Ehevertrag vor oder nach der Hochzeit abschließen?

Wann wird ein Ehevertrag abgeschlossen? Ein Ehevertrag kann vor oder nach der Hochzeit sowie während der aufrechten Ehe abgeschlossen werden. Rechtsexperten empfehlen jedoch eine eheliche Vereinbarung vor der Trauung abzuschließen, denn sobald die Ehe geschlossen ist, besteht für den Ehepartner keine Verpflichtung, einen Ehevertrag abzuschließen.

Was kann im Ehevertrag geregelt werden?

Der Ehevertrag sollte nicht das Sinnbild des Misstrauens in einer Beziehung sein, sondern bietet vielmehr eine faire Rechtsgrundlage für die finanziellen Vorhaben beider Ehegatten. Doch was kann im Ehevertrag geregelt werden?

Grundsätzlich können in einem Ehevertrag in Österreich nur finanzielle Angelegenheiten geregelt werden. Meist werden in einem Ehevertrag daher Regelungen bezüglich des Zugewinnausgleichs und die Höhe der Unterhaltszahlungen festgesetzt.

Was kann nicht im Ehevertrag geregelt werden?

Persönliche Angelegenheiten wie Vereinbarungen über die eheliche Treue oder die Beistandspflicht können nicht in einem Ehevertrag geregelt werden. Ferner können weder vertragliche Vereinbarungen bezüglich des ehelichen Geschlechtsverkehrs noch hinsichtlich einer Verpflichtung einen Erben zu gebären, getroffen werden.

Überdies ist in einem Ehevertrag in Österreich der Unterhaltsverzicht sittenwidrig, d.h. ein vollständig wechselseitiger Verzicht auf Unterhaltsansprüche kann durch einen Ehevertrag in Österreich nicht vereinbart werden bzw. wäre die Vereinbarung im Fall einer Scheidung nichtig.

Ähnliches gilt für die Obsorge, denn auch in diesem Fall ist es lediglich eine Absichtserklärung, die im Fall einer Scheidung keine Wirkung hat. Jegliche Regelungen, die gemeinsame Kinder betreffen, müssen sich generell am Kindeswohl orientieren.

Ehevertrag für Unternehmer

Besonders sinnvoll ist ein Ehevertrag für Unternehmer, denn hier spielen größere Vermögenswerte auf dem Spiel, die vorab unbedingt abgesichert werden sollten. Ein Ehevertrag ist für Unternehmer und Selbstständige ein Muss, um nicht den Ruin des Unternehmens durch eine Scheidung zu riskieren.

Bei der Vermögensaufteilung im Scheidungsfall muss ein Unternehmer seiner Exfrau die Hälfte des Firmenwerts auszahlen. Nur ein Ehevertrag schützt Unternehmer vor diesem Verlustrisiko.

Ehevertrag und Testament

Grundsätzlich fallen Erbschaften und Schenkungen nicht in den Zugewinn, aber Gewinn bzw. Wertsteigerungen aus diesen Vermögenswerten fallen jedoch in den Zugewinnausgleich. Wer das Familienerbe vor dem Ehemann schützen will, kann dies mit einem Ehevertrag und einem Testament tun.

Ehevertrag und Haus

Ohne Ehevertrag herrscht nach der Hochzeit eine Zugewinngemeinschaft, wonach das in der Ehe gemeinsam erworbene Vermögen bei der Scheidung aufgeteilt wird. Das Haus kann im Ehevertrag berücksichtigt werden und eine individuelle Vereinbarung zwischen den Ehepartnern getroffen werden.

Geschieht dies nicht, wird ein Haus im Wert von 250.000 Euro bei einer Scheidung hälftig aufgeteilt. Dies bedeutet, dass beide Ehepartner Anspruch auf die Hälfte der Summe haben, d.h. 125.000 Euro.

Da kein Partner den anderen auszahlen kann, wird das Haus meist verkauft, aber nicht der Marktwert der Immobilie erzielt. Mithilfe des Ehevertrags kann das Haus gerecht aufgeteilt werden.

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Ehevertrag bei landwirtschaftlichen Betrieben

Für Landwirte gibt es nicht immer eine Standardlösung, um Haus und Hof abzusichern. Denn neben der Zukunft des Hofs muss in der Landwirtschaft auch die persönliche Zukunft der beiden Partner berücksichtigt werden.

Ob die Zugewinngemeinschaft, die Gütergemeinschaft oder die Gütertrennung, die richtige Lösung ist, entscheidet die persönliche Situation. In der Landwirtschaft regelt der Ehevertrag den entsprechenden Güterstand.

Liegt kein Ehevertrag vor und lebt das Ehepaar im Güterstand der Zugewinngemeinschaft, muss dies im Falle einer Scheidung nicht ausschlaggebend den Ruin des Hofes bedeuten. Ohne Ehevertrag in der Landwirtschaft sind die Konsequenzen vom aktuellen Wert des Vermögens zu Beginn der Ehe abhängig.

Geerbtes oder geschenktes Vermögen wird dem Anfangsvermögen der Ehe zugerechnet. Ein Zugewinn liegt nur vor, wenn das Vermögen im Wert steigt. Jene Wertsteigerung wird allerdings bei der Vermögensaufteilung im Falle einer Scheidung berücksichtigt.  Möchte man jedoch diese Wertsteigerung nicht verlieren, sollte man einen Ehevertrag in der Landwirtschaft abschließen.

Vor- und Nachteile eines Ehevertrags

Selbstverständlich müssen Vor- und Nachteile eines Ehevertragsabgewogen werden. Obwohl durch den Abschluss eines Ehevertrags überwiegend Vorteile bestehen, können ungünstige Vereinbarungen oder missverständliche Formulierung einen Ehegatten unter Umständen benachteiligen.

Vorteile eines Ehevertrags

Einer der wesentlichen Vorteile eines Ehevertrags ist vor allem der rechtliche Schutz, den er beiden Vertragspartnern im Falle einer Scheidung bietet. Beispielsweise schützt er das Vermögen des einen Ehegatten und verhindert, dass der andere es für eigene Zwecke nutzt und Schulden macht.

Mithilfe von individuellen Regelungen können die Eheleute durch einen Ehevertrag eine wunschgemäße Aufteilung der finanziellen und materiellen Werte erzielen. Durch einen Ehevertrag werden mögliche Überraschungen bei einer Scheidung verhindert sowie unnötige Scheidungskosten und Kosten für Folgeprozesse vermieden.

Nachteile beim Ehevertrag

In der Gesellschaft herrscht die Meinung vor, dass ein Ehegatte durch einen Ehevertrag benachteiligt wird. Prinzipiell gibt es keine Nachteile beim Ehevertrag, jedoch kann eine vertragliche Splittung des Vermögens dazu führen, dass eine Frau finanziell leer ausgeht.

Dies wäre gegeben, wenn sie sich um den Haushalt und die Kindererziehung kümmerte, ohne nebenbei einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Damit der Frau keine Nachteile durch den Ehevertrag entstehen, sollte daher zumindest eine Vereinbarung zur Beteiligung an den ehelichen Ersparnissen getroffen werden.

Ehevertrag nur über einen Notariatsakt?

Im Grunde genommen kann der Ehevertrag nur über einen Notariatsakt abgefasst werden. Bei Bedarf kann der Ehevertrag auch während der aufrechten Ehe nochmals an die individuellen Ansprüche der Eheleute angepasst werden.

Dies ist bei einem Ehevertrag in Österreich sinnvoll, wenn sich die finanziellen oder/und persönlichen Lebensumstände der Eheleute im Laufe der Zeit geändert haben. Lassen Sie sich bei Abschluss oder Anpassung eines Ehevertrags von einem Rechtsanwalt für Familienrecht beraten.

Ehevertrag mit einem Anwalt aufsetzen?

Lassen Sie sich von einem Rechtsexperten für Vertragswesen oder Familienrecht ausführlich beraten, um Ihre Wünsche rechtskräftig in einem Ehevertrag zu verschriftlichen.

Ein Rechtsanwalt kümmert sich um die Gestaltung und Formulierung Ihres Ehevertrags, bietet Ihnen eine fundierte Rechtsberatung hinsichtlich der möglichen rechtlichen Spielräume und fungiert bei Unstimmigkeiten als Vermittler zwischen Ihnen und Ihrem Vertragspartner.

Der Ehevertrag in Österreich ist sinnvoll,um im Falle einer Scheidung ein rechtliches Arrangement vorliegen zu haben und kostspielige Gerichtsverfahren zu vermeiden.

Ehevertrag Muster bzw. Vorlage

Im Internet ist es mit Sicherheit möglich ein Muster eines Ehevertrags herunterzuladen. Allerdings empfehlen wir Ihnen eine fundierte Beratung eines Anwalts für Familienrecht. Als Experte übernimmt er die Formulierung Ihres Ehevertrags und stellt sicher, dass dieser rechtmäßig ist.

Bei der Erstellung eines Ehevertrags ist eine klare und unmissverständliche Formulierung zu beachten, die keinerlei Spielraum für Interpretationen zulässt. Schwammige Formulierungen laufen schnell Gefahr, falsch ausgelegt zu werden, und können im Ernstfall zu gravierenden Benachteiligungen für Sie führen.

Ein Ehevertrag Muster kann nicht Ihre persönliche Situation widerspiegeln. An einer Vorlage kann man sich höchstens orientieren. Was ist aber wenn es wirklich zur Scheidung kommt? Wollen Sie dann darauf hoffen, dass das Erbvertrag Muster wirklich alles abgebildet hat, was notwendig ist und keine Formfehler beinhaltet hat?

Wirksamkeit des Ehevertrags

Im Zuge des Scheidungsurteils wird der Ehevertrag wirksam. Probleme hinsichtlich der Wirksamkeit des Ehevertrags gibt es jedoch dann, wenn ein Ehegatte sich nicht scheiden lassen möchte.

Es sei denn der Partner hat eine Eheverfehlung begangen, dann besteht die Möglichkeit, auf sofortige Scheidung zu klagen. Andernfalls hat der Ehepartner die Möglichkeit, zu warten bis die häusliche Gemeinschaft nach drei Jahren aufgehoben ist. Dann gilt die Ehe als zerrüttet und kann geschieden werden.

Was sollte die Frau beim Ehevertrag beachten?

Häufig führen Ehepartner unglückliche Ehen fort, da sie ihre Rechte nicht kennen und Angst vor den Konsequenzen einer Scheidung haben. Nicht selten lässt sich die Ehefrau auf Unterhaltsverzicht im Ehevertrag ein oder trifft Vereinbarungen, wonach der Exmann nur eine pauschale Abfindung oder eine zeitlich begrenzte Unterhaltsleistung zahlen muss.

Doch Vorsicht: Der Unterhaltsverzicht im Ehevertrag ist unwirksam und sittenwidrig! Ebenso darf im Ehevertrag der Unterhalt wegen Alter oder Krankheit nicht ausgeschlossen werden. Gleiches gilt für die Obsorge oder den Unterhalt für gemeinsame Kinder. Dies sollte die Frau beim Ehevertrag beachten, um nicht unnötige Sorge zu tragen, dass nicht ausreichend Absicherung nach der Scheidung vorhanden ist.

Pensionsansprüche der Frau

Ein weiterer Grund, warum Frauen in unglücklichen Ehen verweilen, sind die während der Ehe erworbenen Rentenansprüche der Ehegatten, die bei Scheidung zur Hälfte aufgeteilt werden.

Bei Unterschieden steht dem schlechten gestellten Ehegatten die Hälfte des Rentenüberschusses zu. Beim Ehevertrag sollte die Frau beachten, dass diese Regel geändert oder ausgeschlossen werden kann.

Hierbei sollte eine Frau beim Ehevertrag auch beachten, dass sie als schlechter verdienender Ehepartner einen Vorteil von einem Verzicht haben kann. Angenommen der Mann ist Unternehmer und sie Lehrerin, dann erhält er keine gesetzlichen Anwartschaften, aber sie hat Pensionsansprüche.

Demnach wäre sie gezwungen ihm die Hälfte ihrer Pension zu geben.

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