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Gemeinsames Sorgerecht & Alimente​

  • Redaktion Familienrechtsinfo.at
Eltern schauen mit Kind auf ein Tablet und sitzen auf dem Sofa
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Müssen beide Elternteile beim gemeinsamen Sorgerecht Alimente zahlen? Bei einer Scheidung erfolgt meist die Auflösung der häuslichen Gemeinschaft, sodass gemeinsame Kinder bei einem Elternteil leben müssen. Bis zur Selbsterhaltungsfähigkeit haben Kinder gegenüber ihren Eltern Anspruch auf Unterhalt. Hierbei endet die Unterhaltspflicht nicht ausschlaggebend mit der Volljährigkeit des Kindes, sondern kann weit darüber hinaus gehen.

Wie kann man das gemeinsame Sorgerecht beantragen? Kann der Vater das alleinige Sorgerecht in Österreich haben? Welche Nachteile birgt das gemeinsame Sorgerecht? Welche Pflichten hat ein Vater ohne Sorgerecht? Wie hoch sind die Alimente bei geteilter Betreuung? Antworten auf die obigen Fragen erhalten Sie im folgenden Artikel. Außerdem können Sie mit unserem Alimente-Rechner in nur wenigen Minuten den Unterhalt beim gemeinsamen Sorgerecht berechnen.

 

Darüber hinaus sollen im folgenden Artikel die folgenden Fragen geklärt werden:

  • Welches Elternteil muss Alimente zahlen?
  • Wie bemisst sich die Höhe der Alimente bei der 50-50-Regelung?
  • Ist es möglich Alimente in Österreich zu reduzieren?
  • Wie erfolgt die Berechnung der Alimente in der Lehre?
  • Wie ist das Sorgerecht bei einem unehelichen Kind geregelt?

Das Wichtigste zum gemeinsamen Sorgerecht in Kürze:

  • Bei der gemeinsamen Obsorge werden die Alimente vom Elternteil gezahlt, in dessen Haushalt das Kind nicht lebt. Dieser Elternteil ist geldunterhaltspflichtig.
  • Nichtsdestotrotz kann es auch zu anderen Vereinbarungen zwischen den Eltern kommen, sodass kein Geldunterhalt gezahlt werden muss oder beidseitig Unterhalt geleistet werden kann.
  • Bis zur Selbsterhaltungsfähigkeit hat das Kind Anspruch auf Unterhalt. Dies ist meist auch während der Lehre der Fall.
  • Besteht Anspruch auf Familienhilfe, können die Unterhaltszahlungen gekürzt werden. Gleiches gilt für eigenes Einkommen des Kindes.
  • Bei gleichteiliger Betreuung besteht Geldunterhaltspflicht. Bei ungleicher Betreuung besteht nur für ein Elternteil Unterhaltspflicht.
  • Der hauptsächlich betreuende Elternteil ist per Gesetz nicht zum Leisten des Geldunterhalts verpflichtet.

Von wem werden bei gemeinsamer Obsorge die Alimente gezahlt?

Bei der gemeinsamen Obsorge werden die Alimente vom Elternteil gezahlt, in dessen Haushalt das Kind nicht lebt. Er ist allein geldunterhaltspflichtig, wohingegen das andere Elternteil seiner Unterhaltspflicht dadurch nachkommt, dass es den Haushalt führt und das Kind betreut.

Bei einem überdurchschnittlichen Besuchsrecht kann der unterhaltspflichtige Elternteil, der Geldunterhalt leistet, jedoch nur die Alimente in Österreich kürzen, welche der obsorgeberechtigte Elternteil sich erspart.

Zu der gleichteiligen Betreuung sieht die Regelung wiederum ganz anders aus, denn hier kann bei gemeinsamer Obsorge und gleichteiliger Betreuung eine Geldunterhaltspflicht bestehen. Das kuriose an diesem Gesetzesentschluss ist allerdings, dass ein Elternteil dadurch einen überproportionalen Unterhalt leistet. Sorgen beide Eltern für die Kinder, so besteht bei unterschiedlichem Einkommen eine Geldunterhaltspflicht.

Demzufolge müssen die Alimente bei geteilter Betreuungvom besserverdienenden Elternteil geleistet werden. Haben beide Eltern hingegen das gleiche Einkommen, entfällt die Geldunterhaltspflicht. In diesem Fall erbringen beide Elternteile ihre Pflicht in natura.

Beispiel

Bei einer 60:40-Betreuung, hat der Elternteil mit 40% Betreuungsleistung, 100% der Alimente zu zahlen, und 40% zur Erziehung und Pflege des Kindes beizutragen. Die Alimente bei einer 50-50-Regelungen betragen ebenfalls 100%, sofern nicht beide Eltern das gleiche Einkommen haben.

Andere Vereinbarungen zwischen den Eltern

Nichtsdestotrotz kann es auch zu anderen Vereinbarungen zwischen den Eltern kommen. Im Folgenden möchten wir Ihnen daher einige Möglichkeiten aufzeigen.

Beispielsweise können die Eltern auch vereinbaren, dass kein Geldunterhalt gezahlt werden muss und jeder Elternteil finanziell für die Bedürfnisse der Kinder aufkommt, wenn es sich bei ihm aufhält. Diese Vereinbarung wird meist von Eltern getroffen, die über ein ähnliches Einkommen und ungefähr die gleiche Zeit für die Kinder verfügen. Bei dieser Regelung erhält jedoch meist keiner der beiden Elternteile den Unterhaltsabsetzungsbetrag.

Eine weitere gängige Vereinbarung zwischen den Eltern kann eine beidseitige Unterhaltszahlung an das Kind sein. Hierbei wird der Gesamtunterhalt für das Kind anhand des Einkommens beider Eltern verrechnet und im Verhältnis zur erbrachten Zeit kalkuliert.

Bei der gleichteiligen Betreuung sieht die Regelung wiederum ganz anders aus, denn hier kann bei gemeinsamer Obsorge und gleichteiliger Betreuung eine Geldunterhaltspflicht bestehen. Das kuriose an diesem Gesetzesentschluss ist allerdings, dass ein Elternteil dadurch einen überproportionalen Unterhalt leistet.

Sorgen beide Eltern für die Kinder, so besteht bei unterschiedlichem Einkommen eine Geldunterhaltspflicht. Demzufolge müssen die Alimente bei geteilter Betreuung vom besserverdienenden Elternteil geleistet werden. Haben beide Eltern hingegen das gleiche Einkommen, entfällt die Geldunterhaltspflicht. In diesem Fall erbringen beide Elternteile ihre Pflicht in natura.

Beispiel Berechnung:

Der Vater hat eine Unterhaltsbemessungsgrundlage von 3.500€ und die Mutter erwirtschaftet 1.800€. Das Kind ist 8 Jahre alt und verbringt ein Drittel der Zeit beim Vater.

● Alimente des Vaters: 3.500€ * 18% (Unterhaltsprozentsatz) * 70% = 441,00€

● Alimente der Mutter: 1.800€ * 18% (Unterhaltsprozentsatz) * 30% = 97,20€

Demzufolge muss der Vater 343,80€ an die Mutter zahlen: 441,00€ – 97,20€= 343,80€.

Darüber hinaus ist es auch möglich, dass der Vater im traditionellen Sinne den gesamten Unterhalt übernimmt. Diese Vereinbarung erfolgt meist dann, wenn sich das Kind im Rahmen des üblichen Besuchsrechts beim Vater befindet und dieser ausreichend Einkommen hat.

Laut Gesetz kann der betreuende Elternteil, welcher das Kind bei einer gemeinsamen Obsorge betreut (demnach die 70:30-Regelung), nicht zum Geldunterhalt verpflichtet werden, da er bereits durch die Betreuung und Pflege den gesamten Unterhalt leistet.

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Berechnung der Alimente in der Lehre

Wie erfolgt die Berechnung der Alimente in der Lehre? Im Grunde genommen, beginnt die Selbsterhaltungsfähigkeit nicht immer mit Eintritt der Volljährigkeit, sondern erst wenn das Kind ein eigenes Einkommen besitzt. Bei einem geringen Einkommen während der Lehre, findet ein finanzieller Ausgleich durch die Unterhaltszahlungen des geldleistungspflichtigen Elternteils statt.

Demzufolge lassen sich die Alimente in Österreich reduzieren, sofern das Kind ein eigenes Einkommen hat, dieses aber noch nicht ausreicht, um die Lebenshaltungskosten zu decken.

Gemeinsames Sorgerecht: Alimente berechnen

Beim gemeinsamen Sorgerecht die Alimente zu berechnen ist grundsätzlich nicht schwierig. Mithilfe unseres Alimente-Rechners können Sie im Handumdrehen die Höhe der Unterhaltszahlungen berechnen lassen. Falls Sie ausführliche Informationen zur Berechnung der Unterhaltshöhe wünschen, empfehlen wir Ihnen unsere Artikel zum Themengebiet Kindesunterhalt:

Unterhalt in Österreich
Kindesunterhalt berechnen / Alimente berechnen
Unterhaltspflichtiger wohnt im Ausland – Unterhalt geltend machen
Unterhaltspflichtiger zahlt Kindsunterhalt nicht

Vier verschiedene Einkommensarten beim Unterhalt

Bei der Bemessung des Unterhalts unterscheidet man zwischen vier verschiedenen Einkommensarten:

Als unselbstständige Erwerbstätige gelten Arbeiter, Angestellte und Beamte, deren monatliches Nettoeinkommen als Bemessungsgrundlage dient. Das 13. Und 14. Gehalt wird auf die übrigen Gehälter verteilt.

Als selbstständig Tätige gelten Freiberufler, Einzelunternehmer, Gewerbetreibende oder Unternehmer, die ein Einkommen aus einer selbstständigen Tätigkeit erzielen. Hierbei gilt der Reingewinn als Bemessungsgrundlage des Kindesunterhalts. Sollte das Einkommen hingegen größeren Schwankungen unterliegen, sind die Alimente aus den Mitteln der letzten drei Geschäftsjahre zu begleichen.

Rentner begleichen den Kindesunterhalt durch ihre Pension. Arbeitslose zahlen den Kindesunterhalt mithilfe ihres Arbeitslosengeldes.

Alimente reduzieren in Österreich

Kann man Alimente reduzieren in Österreich? Unter bestimmten Voraussetzungen ist es möglich, die Höhe der Alimente in Österreich zu kürzen. Besteht Anspruch auf Familienhilfe, dann können die zu zahlenden Unterhaltszahlungen gesenkt werden. Wie hoch die Beträge letztendlich sind, ist jedoch vom Einkommen des Unterhaltspflichtigen abhängig.

Eine weitere Bedingung für das Kürzen von Alimenten in Österreich ist ein eigenes Einkommen des Kindes. Hat das Kind ausreichend eigenes Einkommen oder Vermögen, kann dies zu einer Kürzung der Unterhaltszahlungen führen.

Fazit: Gemeinsame Obsorge und Alimente

  • 1. Bei exakt gleichteiliger Betreuung besteht Geldunterhaltspflicht.
  • 2. Bei einer ungleichen Betreuung besteht nur für den nicht betreuenden Elternteil eine Unterhaltspflicht.
  • 3. Der hauptsächlich betreuende Elternteil ist per Gesetz nicht zum Leisten des Geldunterhalts verpflichtet.
  • 4. Der minder betreuende, aber obsorgeberechtigte Elternteil, darf zu Unterhaltszahlungen verpflichtet werden.
  • 5. Um Alimente in Österreich zu kürzen, muss beispielsweise ein Anspruch auf Familienhilfe bestehen oder das Kind ein eigenes Einkommen erwirtschaften, das wiederum für die Selbsterhaltung ausreicht.
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