Rechtshilfe im Familienrecht
  • Familienrecht für Nicht-Juristen einfach erklärt
  • Erstberatung im Familienrecht zum Fixpreis
  • Geprüfte & spezialisierte Anwälte für Familienrecht & Scheidung lösen Ihr rechtliches Problem
Spezialisierte Anwälte für Familienrecht & Scheidung finden
  • Rechtsanwälte für Familienrecht & Scheidung suchen
  • Passenden Anwalt auswählen
  • Fall schildern & beauftragen

Scheidung – was tun?

  • Redaktion Familienrechtsinfo.at
Paar sitzt auf dem Sofa und schaut in verschiedene Richtungen
Share on whatsapp
Teilen
Share on email
Email senden

Kurz vor der Scheidung – was tun? Wenn eine Ehe zerbricht, ist der Vollzug der Scheidung meist mit Stress und Ärger verbunden. Außer es liegt ein rechtlich einwandfreier Ehevertrag vor. Gleichzeitig müssen sich die Eheleute mit vielen rechtlichen Aspekten beschäftigen, um die Scheidung so unkompliziert und schnell wie möglich durchzuführen.

Eine ausführliche Auseinandersetzung mit dem österreichischen Scheidungsrecht kann Ihnen Kosten und Ärger ersparen, um unbeschwert in einen neuen Lebensabschnitt starten zu können. Wie schnell ist eine Scheidung? Was kostet sich scheiden zu lassen? Eine einvernehmliche Scheidung ist die schnellste und kostengünstigste Scheidung in Österreich.

Unter welchen Voraussetzungen kann eine Ehescheidung vollzogen werden, welche Handlungsweisen sollte man bestenfalls vermeiden und was kostet eine Scheidung, wenn einer nicht einwilligt? In diesem Artikel erläutern wir Ihnen, was Sie bei einer Scheidung tun dürfen, welche ersten Schritte Sie einleiten können und woran Sie dabei unbedingt denken sollten.

In weiterführenden Artikeln erhalten Sie detaillierte Informationen zum Ablauf einer Scheidung, zur Vermögensaufteilung bei einer Scheidung in Österreich und Antworten zu allen Kindes–, Sorgerechts– und Ehegattenunterhaltsfragen.

Das Wichtigste in Kürze zur Scheidung:

  • Ein Scheidungsprozess sollte unbedingt vermieden werden; eine einvernehmliche Scheidung spart Kosten und Zeit.
  • Der Ablauf einer strittigen Scheidung ist wesentlich komplexer als der Ablauf einer einvernehmlichen Scheidung.
  • Bei einer Scheidung müssen Ehegattenunterhalts-, Alimente- und Sorgerechtsfragen geklärt werden sowie eine Vermögensaufteilung der ehelichen Ersparnisse und Güter vorgenommen werden.
  • Mit unserem Alimenterechner und Ehegattenunterhaltsrechner können Sie Ihre Ansprüche berechnen.

Scheidung ohne Komplikationen

Im Grunde genommen ist eine Ehescheidung in Österreich nicht unbedingt mit Problemen verbunden und lässt sich in kurzer Zeit vollziehen, vorausgesetzt die Ehegatten sind sich einig. Demzufolge ist eine Scheidung ohne Komplikationen möglich, wenn die Beteiligten vorab alle Aspekte der Ehescheidung einvernehmlich klären konnten. Zum Beispiel in Form einer Scheidungsfolgenvereinbarung bzw. einem Scheidungsvergleich.

Hierzu zählen folgende Punkte:

Kindesobsorge

Unterhaltsregelungen (Ehegatten– und Kindesunterhalt)

Vermögensaufteilung

Einvernehmliche Scheidung

Ferner sollte man bedenken, dass die einvernehmliche Scheidung in Österreich die günstigste Variante ist, die mit oder ohne Rechtsbeistand vor dem Bezirksgericht vollzogen werden kann. Besteht Einvernehmen zwischen den Eheleuten, dann können Sie mit oder ohne Anwalt zum Gerichtstermin erscheinen und die Ehescheidung durchführen.

Hierbei belaufen sich die Gerichtsgebühren auf lediglich 279,- € für den Antrag und weitere 279,- € für den Scheidungsvergleich, sofern keine Eintragung im Grundbuch erfolgt. Bei einem Grundbucheintrag beträgt die Vergleichsgebühr 418,- €, wobei die Durchführung mit weiteren Kosten verbunden ist.

Sollten Sie weitere Informationen zum Thema einvernehmliche Scheidung wünschen, erhalten Sie hier einen Überblick.

Strittige Scheidung

Allerdings kommt es häufig vor, dass die Ehescheidung unglimpflich verläuft und der Weg zum Scheidungsvergleich mit sehr viel Aufwand und hohen Kosten verbunden ist.

Besteht keine Einigung zwischen den Ehepartnern, geht dem Scheidungsvergleich eine strittige Scheidung mit Gerichtsverfahren voran. Eine strittige Scheidung bedarf einer Scheidungsklage des einen Ehepartners gegen den anderen Partner.

In diesem Gerichtsverfahren prüft das Gericht die Lebensverhältnisse der Ehegatten und legt anhand dessen einen Vergleich fest. Die Gerichtsgebühren der Scheidungsklage in Österreich beträgt 297,-€, wohingegen für die Berechnung der Kosten für die Rechtsvertretung der Streitwert des Scheidungsverfahrens 4.360,-€ beträgt.

Bei einer Unterhaltsklage wird die Berechnung jedoch noch schwieriger, da die Gebühren abhängig von der Unterhaltshöhe und dem eingeforderten Rückstand sind.

Erfahren Sie hier mehr zu den Kosten und dem Ablauf einer Scheidung in Österreich und berechnen Sie Ihren Ehegattenunterhalt mithilfe unseres Unterhaltsrechners.

Erstberatung vom Spezialisten zum Fixpreis!
  • Geprüften Anwalt für Ihr Anliegen auswählen
  • Erstberatung zum Fixpreis vereinbaren
  • Alle Fragen geklärt bekommen
Mag. Johannes Koman
Mag. Johannes Koman
Scheidungsanwalt in Salzburg
Weiterlesen
Mag. Katharina Braun
Mag. Katharina Braun
Scheidungsanwältin in 1090 Wien
Weiterlesen
Mag. Klaus Hanten
Mag. Klaus Hanten
Scheidungsanwalt in 1220 Wien
Weiterlesen

Wann ist eine Scheidung möglich?

Wann ist eine Scheidung möglich? Ein Ehepartner kann in Österreich die Scheidung einreichen, wenn der andere durch eine schwere Eheverfehlung oder durch ehrloses oder unsittliches Verhalten die Ehe schuldhaft zerrüttet hat.

Als schwere Eheverfehlung gilt, wenn der Ehepartner die Ehe gebrochen oder dem anderen Ehepartner körperliche Gewalt oder schweres seelisches Leid zugefügt hat.

Dies wird als Scheidung durch Verschulden bezeichnet. Anders als beim Verschuldungsprinzip besagt das Zerrüttungsprinzip, dass jede gescheiterte Ehe geschieden werden sollte, falls sie nicht gerettet werden kann oder die Eheleute nicht mehr den Willen zur Fortsetzung der Ehe haben.

Die Zerrüttung oder längere Trennungsphase von mehr als 3 Jahren reicht in Österreich für die einvernehmliche Scheidung aus. Leben die Ehepartner jedoch noch zusammen oder sind noch nicht seit 3 Jahren getrennt, kann man nur im Falle eines schuldhaften Verhaltens (Eheverfehlung) die Scheidung gegen den Willen des anderen durchsetzen.

Trennungsjahr bei Scheidung

Für die Scheidung in Österreich muss ein Trennungsjahr dem Scheidungsverfahren vorangehen. Hierfür ist ein Zeitraum von mindestens 6 Monaten bis zu einem Jahr vorgesehen.

Innerhalb dieser Zeit können sich die Ehepartner Gedanken über ihre zukünftige Lebensgestaltung und die Regelung der Scheidungsangelegenheiten machen.

Was darf man im Trennungsjahr nicht? Möchte allerdings ein Ehepartner aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen, bedarf es der Einverständniserklärung des anderen Ehepartners.

Zieht jedoch ein Ehegatte ohne Zustimmung des anderen aus, kann das Gericht dies als schwere Eheverfehlung werten. Schlimmstenfalls führt dies zu lebenslangen Unterhaltszahlungen an den geschädigten Ehepartner.

Scheidung aus anderen Gründen

Selbstverständlich kann eine Scheidung aus anderen Gründen vollzogen werden. Hierzu zählen beispielsweise Gründe, die in der Person des anderen Ehepartners liegen, aber nicht auf dessen Verschulden zurückzuführen sind. Gründe hierfür können sein:

Ein auf geistiger Störung beruhendes Verhalten

Geisteskrankheit

Eine ansteckende oder ekelerregende Krankheit

Ausnahmen bestehen hier, wenn die Ehescheidung den Ehegatten außergewöhnlich hart treffen würde oder der Scheidungskläger die Krankheit des anderen verschuldet hat. Ebenso spielt die Dauer der Ehe und das Alter des Ehegatten eine Rolle.

Darüber hinaus kann eine Scheidung unabhängig vom Verschulden nach mehrjähriger Trennung eingereicht werden. Man geht in diesem Fall davon aus, dass die Ehe durch die langjährige Trennung zerrüttet ist.

An was muss ich bei einer Scheidung denken?

An was muss ich bei einer Scheidung denken? Zu den zentralen Aspekten einer Scheidung gehören die Kindesobsorge, der Unterhalt und die Vermögensaufteilung. 

In der Gesellschaft herrscht oftmals die Angst vor, dass das unterhaltspflichtige Elternteil aufgrund hoher Unterhaltszahlungen in Armut leben müsste und aus ungerechten Gründen den Umgang mit den Kindern verwehrt bekäme.

Ebenso vermuten Ehefrauen, dass sie nach der Ehe nur mit der Handtasche auf der Straße stehen und das eheliche Vermögen beim Ehemann bleibt. Jedoch sind diese Ängste meist unbegründet.

In Österreich unterliegen alle Regelungen bezüglich des Unterhalts und der Obsorge einem strikten Regelwerk, um beide Elternteile vor Benachteiligungen zu schützen.

Im nächsten Abschnitt erhalten Sie überblicksartig einen Eindruck davon, wie die Obsorge und der Kindesunterhalt in Österreich geregelt ist. Für einen detaillierteren Einblick möchten wir Sie jedoch auf unsere Schwerpunktartikel zu den jeweiligen Bereichen verweisen.

Kindesobsorge

Insbesondere die Fragen nach der Kindesobsorge und den Unterhaltszahlungen bereiten vielen Eltern Sorgen. Für die meisten Mütter ist es natürlich wichtig, dass ihre Kinder nach der Scheidung unter ihrer Obsorge im eigenen Haushalt bleiben.

Diesbezüglich sieht das Gesetz in Österreich eine gemeinsame Fürsorge beider Elternteile für die Kinder vor. Bestenfalls leben die Kinder im Haushalt des einen Elternteils und können den anderen Erziehungsberechtigten so oft sehen, wie sie möchten.

Können sich die Eltern nicht einigen, so legt das Gericht meist eine 50-50-Regelung für die Kinder fest. Kein beziehungsweise ein eingeschränktes Kontaktrecht besteht nur dann, wenn negative Verhaltensweisen oder widrige Lebensumstände eines Elternteils das Kindeswohl gefährden.

Kindesunterhalt

Ebenso wie die Kindesobsorge sind auch alle Fragen zum Kindesunterhalt sowie die Höhe der Alimente in Österreich gesetzlich geregelt und unterliegen Mindest- und Höchstgrenzen.

Die Bemessung richtet sich einerseits nach der Leistungsfähigkeit des unterhaltspflichtigen Elternteils und andererseits nach gesetzlich vorgeschriebenen altersbedingten Regelbedarfssätzen, die einen Mindestbedarf des Kindes in einem gewissen Alter anzeigen.

Demzufolge schützt das österreichische Gesetz zwar in gewisser Maßen eine Verarmung des unterhaltspflichtigen Elternteils, setzt aber die Zahlung des Mindestbetrags voraus.

Zu Gunsten des Kindesunterhaltsanspruchs kann auch das Existenzminimum nach dem Lohnpfändungsgesetz um ein Viertel unterschritten werden. Mehr zum Thema Kindesunterhalt können Sie hier nachlesen und bei Bedarf die Höhe der Alimente mit unserem Kindesunterhaltsrechner ermitteln.

Ehegattenunterhalt

Bei einer Scheidung ist der Ehegattenunterhalt ein besonders konfliktträchtiger Punkt, der für Unstimmigkeiten zwischen den Ehegatten sorgt. Die Unterhaltszahlungen sollen sicherstellen, dass beide Ehegatten den bisherigen Lebensstandard aufrechterhalten können.

Der Ehegatte mit dem höheren Einkommen ist unter bestimmten Voraussetzungen dazu verpflichtet 33% seiner Einkünfte als Unterhaltszahlungen an den Ehepartner ohne eigenes Einkommen zu zahlen. Sind beide Ehegatten erwerbstätig, dann können die Unterhaltszahlungen bis zu 40% beider Teile betragen.

Grundsätzlich gilt: Je höher die Differenz zwischen den Gehältern, desto höher fallen die Unterhaltszahlungen aus.

Wichtig!

Aus sozialversicherungsrechtlichen Gründen sollte man keinesfalls auf seine Unterhaltsansprüche verzichten, denn öffentliche Leistungen kann nur erhalten wer zuvor seinen Anspruch beim unterhaltspflichtigen Ehepartner geltend gemacht hat. Sie möchten mehr darüber erfahren und haben weitere Fragen zum Thema Ehegattenunterhalt? Dann sollten Sie unbedingt unseren weiterführenden Artikel zum Thema lesen!

Geprüfte Anwälte für Familienrecht & Scheidung finden & beauftragen

Beauftragen Sie direkt einen unserer Partneranwälte in Ihrer Region
Mag. Johannes Koman
Mag. Johannes Koman
Scheidungsanwalt in Salzburg
Weiterlesen
Mag. Katharina Braun
Mag. Katharina Braun
Scheidungsanwältin in 1090 Wien
Weiterlesen
Mag. Klaus Hanten
Mag. Klaus Hanten
Scheidungsanwalt in 1220 Wien
Weiterlesen

Vermögensaufteilung

Nicht nur in Österreich ist die Vermögensaufteilung ein besonders schwieriges Kapitel bei einer Scheidung, denn häufig fühlen sich die Beteiligten bei der Verteilung des ehelichen Vermögens benachteiligt. Neben einem Eigenheim erwirbt das Ehepaar innerhalb einer Ehe meist viele weitere gemeinsame Besitztümer, welche bei der Scheidung gerecht aufgeteilt werden müssen.

Demgemäß betrifft die Vermögensaufteilung bei Trennung sowohl das Gebrauchsvermögen (z.B. Immobilien) als auch die ehelichen Ersparnisse (z.B. Kapital, Wertanlagen).

Doch nicht nur das Kapital, sondern auch die Schulden werden untereinander aufgeteilt. Da es schwierig ist, die einzelnen Besitztümer unter den Eheleuten aufzuteilen, kann ein Mediator bei der Vermittlung behilflich sein.

Ausgenommen vom ehelichen Vermögen sind jedoch alle Besitztümer (Erbschaft, Schenkungen), die in die Ehe mitgebracht worden sind. Auch Unternehmenseigentum werden nicht berücksichtigt.

Besonders schwierig gestaltet sich die Aufteilung jedoch dann, wenn Objekte mit Ersparnissen beglichen wurden, die aus der Zeit vor der Ehe stammten. Auch die Verwendung von Eigenkapital für Konsumgüter und Güter des alltäglichen Bedarfs sind schwer nachweisbar.

Hat beispielsweise ein Ehepartner den Familienwagen mit dem Kapital aus einer vorehelichen Erbschaft beglichen und der andere Ehepartner Güter des alltäglichen Gebrauchs mit Eigenkapital bezahlt, wird der Vergleich kompliziert. 

Wie lange dauert eine Scheidung, wenn einer nicht einwilligt?

Die Dauer einer Scheidung kann sehr variieren und ist abhängig von den Scheidungsfolgen, die vereinbart werden müssen und der Einigkeit der Eheleute. Oftmals ist es schwer, die Dauer einer Scheidung vorauszusagen.

Wie lange eine Scheidung dauert, wenn einer nicht einwilligt, ist daher pauschal nicht zu beantworten. Allerdings verzögert sich eine Scheidung ungemein, wenn kein Einvernehmen zwischen den Ehegatten besteht.

Eine Alternative kann die Mediation sein, denn hierbei fungiert der Mediator als überparteiliches Sprachorgan, welches den Ehegatten bei der Erarbeitung einer einvernehmlichen Lösung hilft. Strittige Scheidungen können hingegen ein ganzes Jahr und länger dauern. Bevor die Ehe geschieden werden kann, muss eine Trennungszeit vollzogen sein, wobei dieses in Österreich kein volles Trennungsjahr ist.

Kosten einer Scheidung in Österreich

Die Kosten einer einvernehmlichen Scheidung sind geringer als die einer strittigen Scheidung. Demnach belaufen sich die Kosten lediglich auf 293 Euro für den Scheidungsantrag für beide Ehegatten gemeinsam. Für den Scheidungsvergleich fallen während der Verhandlung nochmals 293 Euro für beide Ehegatten gemeinsam an. 

Muss hingegen eine Liegenschaft übertragen oder weitere Rechte begründet werden, dann fallen hierfür 439 Euro für beide Ehegatten gemeinsam an. Demzufolge belaufen sich die Kosten für eine Scheidung pro Person auf 293 Euro oder 512,50 Euro.

Bei einer strittigen Scheidung sind die Kosten um ein Vielfaches höher, wobei sich die Unkosten für die Gerichtsverfahren auf folgende Beträge belaufen:

 

  • Die Pauschalgebühr für die Scheidungsklage und die Gebühren für die Gerichtsverhandlung belaufen sich auf 312 Euro.
  • Der Scheidungsvergleich wird mit 279 Euro veranschlagt.
  • Sollte die Übertragung einer Liegenschaft notwendig sein, werden 439 Euro Pauschal-gebühr vom Gericht berechnet.

 

Weitere Kosten für die strittige Scheidung in Österreich können sein:

  • Gerichtskosten (Gerichtsgebühren, Zeugengebühren, Sachverständigen, Dolmetscher)
  • Vertretungskosten (Rechtsanwaltshonorare)
  • Vorprozessuale Kosten (Beweise, Detektivhonorar)

Die ersten Schritte bei einer Scheidung

Abhängig vom Scheidungsverfahren können die ersten Schritte bei einer Scheidung unterschiedlich aussehen. Wie bereits erwähnt, bedarf die einvernehmliche Scheidungin Österreich weniger Aufwand. Handelt es sich hingegen um eine strittige Ehescheidung, muss eine Scheidungsklage beim zuständigen Bezirksgericht eingereicht werden.

Hierbei handelt es sich um das Bezirksgericht, in dessen Sprengel die Ehegatten zuvor wohnhaft waren. Jenes Gericht ist auch für die Entscheidungen bezüglich der Kindesobsorge minderjähriger Kinder und der Vermögensaufteilung zuständig. Für die Einbringung der Scheidungsklage werden die folgenden Dokumente benötigt:

Heiratsurkunde

Staatsbürgerschaftsnachweis

Meldezettel

Geburtsurkunden der gemeinsamen minderjährigen Kinder

Was Sie bei einer Scheidung nicht tun sollten

Sie wollen die Scheidung einreichen in Österreich und wollen dabei keine Fehler machen? Dann möchten wir Ihnen nun erklären, was Sie bei einer Scheidung nicht tun sollten. Denn auch durch eine überlegte Vorgehensweise können Sie Konflikte, Benachteiligungen und rechtliche Folgen bei einer Scheidung vermeiden.

Zunächst sollten Sie nicht vorschnell aus dem gemeinsamen Haushalt ausziehen, ohne sich das Einverständnis Ihres Ehepartners eingeholt zu haben.

Bestenfalls lassen Sie sich diese Zustimmung als schriftliche Vereinbarung aushändigen, um einen Beweis zu haben. Liegt dieses Einverständnis nicht vor, kann das Gericht den Auszug als schweres Ehevergehen werten. Je nach individueller Situation kann dies sogar in lebenslangen Unterhaltszahlungen an den Ehepartner enden.

Eheverfehlung

Um sich in eine bessere Verhandlungsposition zu begeben, sollten Sie auch jegliche Eheverfehlungen des Ehepartners dokumentieren. Hierfür können Sie SMS speichern, relevante Dokumente kopieren oder fotografieren und an einem sicheren Ort aufbewahren. Bei Körperverletzung sollten Sie ein Gutachten bei der Polizei oder einem Arzt einholen und gegebenenfalls Zeugen notieren.

Bei Verdacht auf Ehebruch sollten Sie einen erfahrenen Privatdetektiv engagieren und sich keinesfalls selbst als Hobby-Detektiv versuchen. Kann der professionelle Detektiv die entsprechenden Beweise der Eheverfehlung vorlegen, haben diese ein stärkeres Gewicht und die Unkosten müssen vom untreuen Ehepartner zurückerstattet werden. Laut Scheidungsrecht in Österreich ist Ehebruch eine schwere Eheverfehlung und kann schlimmstenfalls zu lebenslangen Unterhaltszahlungen an den geschädigten Ehepartner führen.

Vermögen

Verschaffen Sie sich einen Überblick über alle Geldangelegenheiten, sowohl das eheliche Vermögen als auch mögliche Schulden. Kopieren Sie die entsprechenden Dokumente und bewahren Sie diese an einem sicheren Ort auf (z.B. in einem Banksafe).

Weitere Beiträge die Sie interessieren könnten..
101 rating