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Tipps zur Scheidung, Unterhalt und Obsorge

  • Redaktion Familienrechtsinfo.at
Tipps aus hängenden Buchstaben dargestellt
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Eine Scheidung kostet Geld und kann besonders bei einem strittigen Verfahren sehr kostspielig und langwierig sein vor allem, wenn kein Ehevertrag vorliegt. Damit Sie Zeit, Geld und Nerven sparen können, haben wir Ihnen wichtige Tipps für Scheidung, Unterhalt und Sorgerecht zusammengestellt. 

Hier erhalten Sie einen kurzen Überblick über die wichtigsten Themenbereiche einer Scheidung. In den Antworten erhalten Sie zusätzlich Links zu den Schwerpunktartikeln mit weiterführenden Informationen.

Wichtige Tipps zur Scheidung

1. Vermeiden Sie mit einer Scheidungsfolgenvereinbarung unnötige Scheidungskosten

In einer Scheidungsfolgenvereinbarung können alle rechtlichen und finanziellen Folgen (Unterhalt, Vermögensaufteilung, Obsorge) einer Scheidung geklärt werden, um somit hohe Scheidungskosten für Folgeprozesse zu sparen.

Sollten zwischen Ihnen und Ihrem Ehepartner noch Unstimmigkeiten hinsichtlich der Scheidungsfolgen bestehen, empfehlen wir Ihnen die Mediation. Ein Mediator hilft Ihnen, alle wichtigen Punkte einer Scheidungsfolgenvereinbarung einvernehmlich zu klären.

2. Regeln Sie die Scheidungsfolgen in einer Scheidungsfolgenvereinbarung

Alle rechtlichen Scheidungsfolgen in einer Scheidungsfolgenvereinbarung klären, um somit alle Unterhalts-, Vermögens- und Sorgerechtsfragen vorab zu regeln. Dies spart Ihnen hohe Scheidungskosten für Folgeprozesse. Die Scheidungsfolgevereinbarung kostet 279 Euro für beide Ehegatten zusammen.

3. Ohne Rechtsanwalt geht es nicht

Ein Erstgespräch beim Rechtsexperten ist meist erschwinglich und zahlt sich allemal aus. Wer eine ausführliche Beratung wünscht, die wiederum auf die eigene persönliche Situation angepasst ist, muss unbedingt einen Rechtsanwalt konsultieren. 

Nur er bietet Ihnen ausreichend Sicherheit und schützt Sie vor unliebsamen Überraschungen bei einer Scheidung.

4. Beantragen Sie Verfahrenskostenhilfe

Die Verfahrenskostenhilfe soll vor allem bedürftigen Personen bei der Führung von Prozessen helfen. Die Verfahrenskostenhilfe muss beim zuständigen Gericht beantragt und bewilligt werden. 

Verfahrenskostenhilfe bekommt, wer ohne Beeinträchtigung des notwendigen Unterhalts nicht imstande ist, den Prozess zu führen und die Prozessführung nicht mutwillig oder aussichtslos erscheint.

Tipps zum Sorgerecht

1. Lassen Sie das gemeinsame Sorgerecht für Ihr Kind so wie es ist.

In Österreich sieht der Gesetzgeber auch nach der Scheidung das gemeinsame Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder vor, um die Beziehung des Kindes zu beiden Elternteilen aufrecht zu erhalten. 

Behalten Sie daher auch nach der Scheidung das gemeinsame Sorgerecht aufrecht; nur in Ausnahmefällen sollte das alleinige Sorgerecht beantragt werden. Beispielsweise wäre das der Fall, wenn das Kindeswohl gefährdet ist.

2. Ein Sorgerechtsstreit ist vor allem schlecht für das Kind...

Behalten Sie stets im Hinterkopf, dass ein Sorgerechtsstreit schlecht für das Kind ist. Jede Streitigkeit und Unstimmigkeit zwischen den Eltern kann das Kind spüren. 

Insbesondere die schlechte Nachrede oder ein Kontaktverbot (siehe Kontaktrecht) wirkt sich negativ auf die Eltern-Kind-Beziehung aus. Vermeiden Sie daher einen Sorgerechtsstreit und wählen Sie die Mediation als Alternative.

3. Erkennen Sie das Kontaktrecht des nicht betreuenden Elternteils an

Tragen Sie Ihre Streitigkeiten mit Ihrem Expartner nicht vor dem Kind aus, sondern gewähren Sie ihm den Kontakt und das Kontaktrecht mit dem anderen Elternzeit, ganz gleich wie wenig Ihnen das gefällt. Es ist notwendig das Kontaktrecht aufrechtzuerhalten, da es wichtig für die Eltern-Kind-Beziehung ist. Weiter Informationen zum Kontaktrecht erhalten Sie in unserem weiterführenden Artikel.

Tipps zum Unterhalt

1. Unterscheiden Sie Trennungsunterhalt und nachehelichen Unterhalt.

Beim Ehegattenunterhalt unterscheidet man zwischen nachehelichem Unterhalt und Trennungsunterhalt. Während der Trennungsphase wird bis zur Scheidung Trennungsunterhalt vom unterhaltspflichtigen Ehegatten geleistet. 

Der nacheheliche Unterhalt wird hingegen ab der rechtskräftigen Scheidung gezahlt, sofern ein Anspruch für einen Ehegatten besteht.

Ihr Unterhaltsanspruch erlischt mit der Wiederheirat

Geht der unterhaltsberechtigte Ehepartner eine neue Ehegemeinschaft mit einem neuen Partner ein, dann erlischt der Anspruch auf nachehelichen Unterhalt. Ab diesem Zeitpunkt ist der neue Lebenspartner gegenüber dem zuvor unterhaltsberechtigten Ehepartner unterhaltspflichtig.

3. Ihr Unterhaltsanspruch endet nicht mit der Wiederheirat Ihres Ehepartners.

Heirat der unterhaltspflichtige Ehepartner hingegen erneut, dann erlischt Ihr Anspruch nicht mit der Wiederheirat Ihres Ex-Partners. Der Anspruch erlischt nur, wenn Sie als unterhaltsberechtigter Ehepartner eine neue Ehegemeinschaft eingehen. 

Der unterhaltspflichtige Ehegatte ist jedoch auch bei Aufnahme einer neuen Ehegemeinschaft verpflichtet, nachehelichen Unterhalt zu zahlen. 

4. Erziehen Sie ein Kleinkind allein, sind Sie nicht arbeitspflichtig

Müssen Sie sich um die Erziehung Ihres Kleinkinds kümmern, dann sind Sie nicht arbeitspflichtig solange bis das jüngste Kind drei Jahre alt wird. Allerdings ist der betroffene Elternteil ab dem dritten Geburtstag des Kindes zu einer Vollzeittätigkeit verpflichtet, soweit dies die Kinderbetreuung zulässt.

Besteht die Möglichkeit, das Kind in einer Ganztagseinrichtung unterzubringen, muss der Elternteil dieses Angebot wahrnehmen. Besteht besonderer Betreuungsbedarf, dann besteht keine Arbeitspflicht.

5. Arbeiten Sie freiwillig, werden Ihre Einkünfte nur teils angerechnet.

Bei einer freiwilligen Tätigkeit während der alleinigen Betreuung eines Kleinkinds, werden Ihre Einkünfte nur teilweise angerechnet.

6. Ihr unterhaltspflichtiger Ex-Gatte wird erneut Vater

Wird Ihr unterhaltspflichtiger Expartner erneut Vater, dann erlischt die Unterhaltspflicht selbstverständlich nicht. Ab diesem Zeitpunkt ist er für alle unterhaltsberechtigten Kinder in der Pflicht Unterhalt zu zahlen, und zwar bis zur Grenze seines eigenen Grundbedarfs.

Erst wenn er diese Grenze unterschreitet, muss der Staat für die Unterhaltszahlungen für die Kinder aufkommen (siehe Unterhaltsvorschuss). Dadurch, dass mehrere Kinder unterhaltsberechtigt sind, erfolgt jedoch eine Neuberechnung der Ansprüche (siehe Kindesunterhalt berechnen).

Tipps zum Trennungsjahr

1. Böswilliges Verlassen der Ehewohnung vermeiden.

Vermeiden Sie ein vorschnelles Ausziehen aus der Ehewohnung, da dies als böswilliges Verlassen der Ehewohnung verstanden werden kann. Schlimmstenfalls wird Ihnen dies als schwere Eheverfehlung ausgelegt (siehe Scheidungsgründe), was lebenslange Unterhaltsleistungen als Konsequenz haben kann. 

Vermeiden Sie dies, indem Sie sich vor dem Auszug die Einwilligung des in der Ehewohnung verbleibenden Partners schriftlich geben lassen.

2. Muss man getrennt leben im Trennungsjahr?

Im Trennungsjahr müssen die beiden Ehegatten nicht zwangsläufig räumlich getrennt voneinander leben, sondern können auch innerhalb der Ehewohnung getrennte Lebensbereiche haben.

3. Was geschieht mit den Konten im Trennungsjahr?

Im Trennungsjahr sollten Sie alle Bankvollmachten Ihrer Konten widerrufen, sodass Ihr Expartner keinen Zugang mehr zu Ihren Einkünften und Finanzen hat. Dies ist auch wichtig, um einen getrennten Finanzhaushalt nachweisen zu können. 

Sollten Sie Trennungsunterhalt beziehen, kann es sinnvoll sein, ein gemeinsames oder eigenständiges Konto hierfür einzurichten.

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